Im Juni und Juli wehten in Deutschland die Regenbogenfahnen und in den Social Media leuchteten die Unternehmenslogos bunt. Wo stehen die deutschen Unternehmen im Bereich LGBTIQ+ Diversity aktuell, ist der Regenbogen aus Juni ganzjährige Praxis und was können Unternehmen im Bereich LGBTIQ+ Diversity überhaupt machen? Antworten und Anregungen hierzu liefert der neue PRIDE Index 2021, der wertschätzende und inklusive Unternehmen feiert.

 

Rückblick: Was vom PRIDE Monat 2021 im Gedächtnis bleibt

 

Der PRIDE Monat Juni hatte es in sich. Im Rahmen der Fussball-Europameisterschaft geschah schier Unglaubliches: Während in Ungarn ein LGBTIQ+ feindliches Gesetz verabschiedet wird, verbietet die UEFA die Allianz-Arena in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. Was als Zeichen der Solidarität gemeint ist, blieb versagt. Viele Menschen und Unternehmen springen daraufhin ein, solidarisieren sich und setzten ein Zeichen für Vielfalt und die Wertschätzung der LGBTIQ+ Community.

 

Wird gelebt, was der PRIDE Monat verspricht?

 

Bei all dem Engagement geriet die Frage, wie es eigentlich um LGBTIQ+ Menschen in Deutschland steht, aus dem Blick. Gerade über das Umfeld in Unternehmen gab es wenig zu erfahren. Blickt man auf Zahlen und Forschungsergebnisse, so zeigt sich ein aufrüttelndes Bild: 30% aller LGBTIQ+ Mitarbeitenden geben an, am Arbeitsplatz Diskriminierung zu erleben. Nur 37% aller LGBTIQ+ sind am Arbeitsplatz geoutet und über 20% von ihnen haben Angst, ein Coming-Out könnte ihrer Karriere schaden.

Dieser Status Quo ist allerdings nicht nur für die LGBTIQ+ Mitarbeitenden belastend und schädlich, sondern auch für die Unternehmen. Nur wenn sich Mitarbeitende am Arbeitsplatz wohl und wertgeschätzt fühlen, können sie sich und ihr Potenzial ganz einbringen. Vielfältige Mitarbeitende, unterschiedliche Perspektiven und Meinungen machen Unternehmen innovativer und wirtschaftlich erfolgreicher – das zeigt Studie um Studie. Diversity, und eben auch LGBTIQ+ Diversity, ist längst kein Side-Gig mehr, sondern erfolgsentscheidend und ehrlich wertvoll.

 

Realitätscheck: Wie viel LGBTIQ+ Diversity steckt in Deutschlands Unternehmen?

 

Wie LGBTIQ+ freundlich deutsche Unternehmen sind und wie dies strukturell verankert ist – das haben wir uns schon vor gut zwei Jahren gefragt und uns auf die Suche nach Antworten gemacht. Dazu hatten wir 2019 und 2020 die 30 größten Unternehmen in Deutschland eingeladen, sich und ihr LGBTIQ+ Diversity Engagement selbst zu evaluieren. SAP, die Deutsche Bank und Siemens konnten dabei punkten und die ersten Plätze im damaligen Index belegen.

Aufgrund der großen Nachfrage vieler anderer Unternehmen zu dieser Selbstevaluation haben wir uns dazu entschieden, das Projekt in Gestalt des PRIDE Index nun für ALLE Unternehmen in Deutschland zu öffnen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden aber nur diejenigen Unternehmen im Index veröffentlicht, die die kostenlose Selbstauskunft mit “gut” oder “sehr gut” abgeschlossen haben.

 

Potenziale aufdecken – den Vergleich wagen

 

Ziel des Index ist es, ein tolles und gelungenes LGBTIQ+ Diversity Management und Engagement in Unternehmen sichtbar zu machen und zu feiern. Anderen Unternehmen, die noch am Anfang ihrer Diversity- Reise stehen, soll er die Möglichkeit zur Bestandsaufnahme in einem sicheren Rahmen bieten und ohne Angst vor einem schlechten Abschneiden im Index zur Teilnahme ermutigen. Die Veröffentlichung des PRIDE Index findet am 7. Dezember 2021 als fulminanter Jahresabschluss statt.

 

Dieser Artikel wurde im Rahmen der Changemaker Kampagne verfasst – einer 6-monatigen Partnerschaft, die den Fokus auf Personen richtet, die LinkedIn nutzen, um echte Veränderungen in der Arbeitswelt voranzutreiben. Weitere Informationen über die Partnerschaft gibt es hier: https://blog.linkedin.com/changemakers-germany

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